Teamarbeit für eine gesunde Psyche

02.09.2015

Immer mehr Menschen müssen ihren Beruf wegen psychischer Erkrankungen aufgeben. Seit sechs Jahren bietet die Rehabilitationseinrichtung für Psychisch Kranke (RPK) in Karlsbad-Langensteinbach Betroffenen Hilfe. Wesentlich dazu beigetragen hat die Leitende Ärztin Dr. Regine Müllensiefen, die nun in den Ruhestand gewechselt ist.


Immer im Netzwerk von RPK und SRH Klinikum: Dr. Regine Müllensiefen mit Klinik-Geschäftsführer Jörg Schwarzer.

„Sie hinterlassen auf jeder Ebene Riesenfußstapfen für Ihren Nachfolger!“ Wer hätte so einen Satz nicht gerne im Arbeitszeugnis stehen? In diesem Fall galt die Anerkennung Dr. Regine Müllensiefen. In nur sechs Jahren hat sie eine der erfolgreichsten Rehaeinrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen aufgebaut. Am Donnerstag (27. August) wurde die Leitende Ärztin der SRH RPK Karlsbad mit einer Feier in den Ruhestand verabschiedet.

Die RPK unterstützt seit 2009 Menschen nach einer psychischen Erkrankung bei der Rückkehr in den Alltag. Die Idee: Über medizinische und berufliche Trainings einen guten Übergang zwischen Klinik und beruflicher Vorbereitung zu schaffen. Denn viele müssen erst wieder lernen, wo ihre Stärken liegen und wie belastbar sie noch sind, bevor sie wieder ins Arbeitsleben zurückkehren können.

Dieses Konzept geht am Standort Karlsbad-Langensteinbach auf: durch die Kooperation von SRH Klinikum, RPK und Berufliches Bildungs- und Rehazentrum, wo viele Betroffene nach ihrer Zeit in der RPK einen neuen Beruf erlernen. „Psychische Erkrankungen nehmen zu, dementsprechend steigt der Bedarf an solchen Konzepten. Dr. Müllensiefen und die RPK Karlsbad haben sich hier um die Region verdient gemacht“, sagte Landrat Christoph Schnaudigel in seinem Grußwort.

„Die Verbindung aus Medizin, Akutversorgung und Rückführung in den beruflichen und privaten Alltag ist ein Ideal, das Kassen und Patienten nützt“, fasste der ehemalige Sozialminister Dr. Erwin Vetter die Bedeutung zusammen. Dr. Müllensiefen hatte daran wesentlichen Anteil, waren sich alle Grußwort-Redner einig. „Bester Beweis ist die sehr gute Eingliederungsquote der RPK“, betonte Harald Röcker, Chef der AOK Mittlerer Oberrhein.

Dr. Regine Müllensiefen selbst stellte ihr Team in den Mittelpunkt. Gemeinsam habe man die RPK in kürzester Zeit auf die geplanten 50 Plätze ausgebaut. Die Verbindung aus Medizin, Arbeitstherapie und Training für den Alltag steht auch zukünftig im Mittelpunkt. Dafür sorgt Müllensiefens Nachfolger Dr. Gustav Wirtz. Der Facharzt für Psychiatrie war zuletzt Leiter der Sektion Psychotraumatologie und Leitender Oberarzt am Karlsbader Klinikum. Er kennt die Unternehmen am Standort sehr gut. Mit diesem Wissen kann er bestens eigene Fußstapfen hinterlassen.