Wie kann Facebook zur Sucht werden?

05.10.2018

Chatten, liken, in Spielwelten abtauchen: Das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch die virtuelle Welt birgt einen hohen Suchtfaktor. Wann das gefährlich ist und was sich dagegen tun lässt, erklärt ein Vortrag in Karlsbad-Langensteinbach.


Gemeinsam durch unergründliche, gefährliche Wälder auf Schatzsuche gehen oder Freunde von weit weg ins Wohnzimmer holen: Im Internet stehen ganze Welten offen und der Austausch über soziale Netzwerke ist fester Bestandteil der Alltagskultur geworden. Die meisten Menschen können gut zwischen der realen und der virtuellen Welt unterscheiden. Doch immer wieder gelingt das nicht.

Laut einer Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums sind allein in Deutschland etwa rund 560.000 Menschen vom Internet abhängig. Sie sind so viel online, dass sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen können. Die Weltgesundheitsorganisation führt seit diesem Jahr die Abhängigkeit von Computerspielen als Krankheit.

Wann wird das Internet zur Sucht und was lässt sich dagegen tun? Das erklärt ein Vortrag des Vereins „Aktiv gegen Stigma e.V.“ am Donnerstag (11. Oktober) im SRH Klinikum in Karlsbad-Langensteinbach. Wolfgang Schuppert, Regionalleiter der Jugendrehabilitation und Suchtkrankenhilfe bei der Diakonie Oberbayern, führt Onlinespiele live vor und zeigt, welche Faktoren daran abhängig machen können.

„Aktiv gegen Stigma“ will so auf die Risiken von Abhängigkeiten hinweisen. Dafür arbeitet er unter anderem mit dem SRH Klinikum und der SRH Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke (RPK) zusammen. Klinik und RPK unterstützen Betroffene dabei, nach einer psychischen Erkrankung ihren beruflichen und privaten Alltag wieder zu meistern.

„Lange haben Experten darüber diskutiert, ob man von Computeranwendungen ähnlich wie vom Glücksspiel abhängig werden kann. Mit klaren Kriterien gelingt es, Probleme früh zu erkennen und Betroffenen zu helfen“, sagt Dr. Gustav Wirtz, ärztlicher Leiter der RPK.

Terminhinweis:

„Können Computerspiele oder soziale Netzwerke abhängig machen?“

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 18 Uhr. Hörsaal des SRH Klinikums,
Guttmannstraße 1, 76307 Karlsbad-Langensteinbach

Der Eintritt ist frei.