Angebot für psychisch Kranke erweitert

29.04.2010

Die SRH RPK Karlsbad reagiert nach Anlaufphase mit weiteren Plätzen auf hohe Nachfrage. Betroffene werden für den Arbeitsmarkt fit gemacht.


Antriebslosigkeit, Lernschwierigkeiten und eine geringe Konzentrationsfähigkeit können Menschen mit seelischen Erkrankungen in ihrem täglichen Leben beeinträchtigen; sie ziehen sich zurück, verlieren an Selbstsicherheit und sind oft nicht mehr belastbar genug für ihre Arbeit. Hier bietet die SRH RPK Karlsbad (Rehabilitation für Psychisch Kranke) Hilfe und Unterstützung, sich gesundheitlich zu stabilisieren und neue soziale und berufliche Perspektiven zu finden. Eine Kombination aus medizinischer Behandlung und individuellen Trainings bereitet sie darauf vor, wieder aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen und ins Arbeitsleben einzusteigen.

Acht Monate nachdem die SRH RPK Karlsbad ihre Arbeit gestartet hat, erhöht sie ihre Kapazität um 15 Plätze und stellt zusätzliche Mitarbeiter ein. Nach der Anlaufphase, mit reduzierter personeller und räumlicher Ausstattung, werden damit die genehmigten 50 Plätze erreicht. „Die hohe Nachfrage zeigt, dass wir mit unserem Angebot dazu beigetragen haben, eine Bedarfslücke in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen in der Region zu schließen“, sagt Thomas Windolf, Geschäftsführer der SRH RPK Karlsbad GmbH. Die SRH RPK Karlsbad gehört mit 40 stationären und 10 ambulanten Plätzen zu den zwei größten Einrichtungen dieser Art in Baden-Württemberg. Derzeit absolvieren 26 Menschen ein Training und zeigen eine deutliche Leistungssteigerung, einige von ihnen befinden sich bereits im betrieblichen Praktikum. Am Standort Karlsbad profitieren die Teilnehmer von einer engen Zusammenarbeit mit der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach und von den berufstherapeutischen Angeboten im SRH Berufsbildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ).

Profil der SRH RPK Karlsbad
Das Angebot der medizinisch-beruflichen Rehabilitation in der SRH RPK Karlsbad richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen ab 18 Jahren, die keine stationäre Krankenhausbehandlung mehr brauchen, aber noch nicht belastbar genug sind für die Berufliche Rehabilitation. Für sie gab es bisher kein weiterführendes regionales Angebot. Die Krankheitsbilder der Rehabilitanden sind schizophrene Erkrankungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen sowie Angst- und Zwangserkrankungen. „Wir helfen den Menschen dabei, sich seelisch und körperlich zu stabilisieren, ihre Krankheit zu bewältigen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln und wieder Selbstvertrauen aufzubauen. Ziel ist es, dass sie ein möglichst selbständiges Leben ohne Krankheitsrückfälle führen können und wieder teilhaben am gesellschaftlichen Leben“, sagt die ärztliche Leiterin der SRH RPK Karlsbad, Dr. Regine Müllensiefen, Fachärztin für Psychiatrie und Rehabilitationswesen. Eine selbständige Lebensführung wird durch betreutes Wohnen in Einzelapartments oder Wohngemeinschaften gefördert.

Individuelle Konzepte für eine erfolgreiche Integration

Nach einer Bestandsaufnahme wird für jeden Teilnehmer ein individueller Rehabilitations- und Förderplan erstellt, der die geeigneten ärztlichen Therapien, sozialen Kompetenztrainings und arbeitstherapeutischen Maßnahmen abstimmt. Während des 6- bis 24-monatigen Aufenthalts werden die Rehabilitanden von einem Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Pflegekräften, Ergo-, Physio-, Arbeits- und Berufstherapeuten betreut und gefördert. Die medizinische Rehabilitation umfasst z. B. soziales Kompetenztraining, kognitives Training und eine Belastungserprobung. In der Beruflichen Rehabilitation arbeiten die Teilnehmer praktisch in verschiedenen Berufsfeldern, lernen theoretische Grundlagen und absolvieren ein Praktikum in einem Betrieb. Am Ende des Trainings sollen die Menschen mit ihrer Erkrankung leben können und für eine Rückkehr in den erlernten Beruf, eine Umschulung oder eine Berufsausbildung gerüstet sein. Die Kosten der Rehabilitation tragen die gesetzlichen Krankenkassen, Renten- und Sozialhilfeträger sowie die Agenturen für Arbeit.

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